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Höchst vergnügliche Einblicke: Rainer Hauer im Buchcafé
11.11.2017

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Bad Hersfeld. In der Rolle des berühmten Malers Lucas Cranach d.Ä., eines Zeitgenossen Martin Luthers, brillierte am Samstagabend Burgschauspieler Rainer Hauer im Buchcafé.

Zusammen mit Eva-Maria Ortmann als Cranachs Tochter Barbara gab Hauer tiefe, zuweilen höchst vergnügliche Einblicke in Leben und Werk des Mannes, der am Gelingen von Luthers Reformation entscheidenden Anteil hatte. Schließlich hatte Cranach in seiner Druckerei 1522 erst das Neue Testament und schließlich 1534 die Gesamtausgabe der Bibel drucken lassen und somit die schnelle Verbreitung der Luther-Bibel überhaupt erst ermöglicht.

In dem Schauspiel von und mit Rainer Hauer begegnen wir dem berühmten Maler im Haus seiner Tochter in Weimar, wo er sein letztes Lebens- und Schaffensjahr bis zu seinem Tod 1553 verbrachte. Im Zwiegespräch mit Barbara blickt Cranach, der mit den Mächtigen seiner Zeit nahezu auf Augenhöhe verkehrte, anhand einer Auswahl seiner Gemälde auf sein bewegtes Leben zurück.

Zu einem seiner vielen Nachkommen, die man auch als „Cranachiden“ bezeichnet, gehört übrigens Johann Wolfgang Goethe, womit sich der Kreis in Weimar schließt. Rainer Hauer, dem man seine 85 Lebensjahre kaum anmerkt, überzeugte in der Inszenierung des Weimarer „Theaters im Gewölbe“ einmal mehr mit imponierender Präsenz, Charisma, Sprachgewalt, Witz und Augenzwinkern, eben so, wie ihn die Bad Hersfelder Festspielbesucher in Erinnerung haben.

Hersfelder Zeitung – 06.11.2017